Die Geschichte der
Pfarrkirche St. Sebastian Oberdorf
von Reinhold Gabriel

 

Die Anfänge
Das früher begüterte Herrscherhaus der Grafen von Hohenems baute im Oberdorf ein Schlösschen (1465). Zwei Jahre später errichteten sie südöstlich des Schlösschens eine Kapelle, die dem Hl. Sebastian geweiht wurde.
Sie war eine Privatkapelle der Dornbirner Linie der Emser Grafen, die seit 1471 einen eigenen Schlosskaplan unterhielten.
Die Stelle dieses Schlosskaplans erwies sich als eine Institution mit sehr zähem Lebenswillen, denn die Reihe der Schlosskapläne überlebte die Emser Herrschaft auch 1771, dem Loskauf von Ems.
Die Kapelle stand an der Stelle des heutigen Hauses Kirchgasse 6 ("Lugerhaus").
Die rund abschließende Gartenmauer dieses Hauses ist direkt an den Brunnen angebaut, und dürfte noch ein kümmerlicher Rest der alten Oberdorfer Kapelle sein.
Kapellenbrunnen
 

Bald nach Beendigung der Emser Herrschaft setzten im Oberdorf Bestrebungen ein, in St. Sebastian einen eigenständigen Seelsorger zu bekommen.

1785 wurde dann eine eigene Expositur errichtet.

Die Mutterpfarre aber blieb St. Martin (I. Bezirk), denn über mehrere Jahrhunderte bestand Dornbirn aus nur einer einzigen Pfarrei.

   
1828 - 1914 (vor dem Anbau)

Im 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl auf 2.000 Menschen an, wobei erwähnt werden muss, dass das Oberdorf 24 Bergparzellen umfasste.
Wegen Platzmangels und wegen zunehmender Baufälligkeit wurde im Jahre 1826 ein Kirchenneubau in Angriff genommen.

Der Platz im Zentrum des Oberdorfs war vorgegeben.
Die feierliche Kirchweihe erfolgte durch den ersten Weihbischof von Feldkirch, Bernhard Galura, am 28. Oktober 1828.
Der Turm wurde mit einer vierkantigen Kuppel mit Kupferbedachung gekrönt.

Im Jahre 1888 wurde St.Sebastian zur Pfarrei erhoben. Erster Pfarrer war Franz Josef Steinhauser in der Zeit von 1888 bis 1911.

Franz Josef Steinhauser, 1. Pfarrer ab 1888
ab 1915
1914/15 kam es zur notwendig gewordenen Verlängerung der Kirche um zirka 10 Meter, das den Gesamteindruck günstig beeinflusste.

Der Innenraum lebt von den Bauelementen des Barock:

  • Das Hochaltarbild stellt den sterbenden Heiland zwischen Maria und dem Apostel Johannes dar.
  • Das Oberbild über dem Hochaltar zeigt das Martyrium des Hl. Sebastian,
  • das linke Seitenaltarbild "Maria Verkündigung" und
  • das rechte Seitenaltarbild "Die Anbetung der Weisen".

 

Hochaltar im Marienmonat

1927 erfolgte eine große Innenrestaurierung.

Die Deckengemälde schuf der junge Kunstprofessor Hans Purin, Lehrer in der Mehrerau.
Es sind dies Gemälde, die mit dem Leben des Hl. Sebastian in Zusammenhang stehen:

  • Das Gemälde über dem Altarraum stellt die Feier der Kommunion in den Katakomben dar,
  • das nächste Laurentius und die Armen,
  • dann Sebastian vor Kaiser Diokletian,
  • schließlich das Gemälde über der Empore die Märtyrerinnen Agnes und Cäcilia.
ab 1978
1978, als die liturgische Erneuerung des 2. Vatikanischen Konzils seinen Abschluss erlangt hatte, ist unter Monsignore Jakob Fußenegger eine neuerliche Innenrenovierung durchgeführt worden.
Es wurden unter Anderem die Kanzel und die Kommunionbank entfernt und ein Volksaltar errichtet.